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DieLKWReise

Es ist vollbracht

Liebe Bloggunity,

kaum zu glauben – es ist tatsächlich geschafft. All die lange Zeit der Planung hat sich zum Glück gelohnt, denn alles hat ganz nach Plan funktioniert. Neo-Finne Stefan hat den 7,5 Tonnen-Brummi sicher von Bayern quer durch Deutschland und Schweden, auf insgesamt 8 Fähren über Berg und Tal und an lustigen Orten in Thüringen (siehe nächstes Bild) vorbei gelenkt.

Lederhose
Nicht in Bayern gefunden – der/die/das Lederhose

Eigenartig war es ja schon – mit Brummis auf Du und Du gemütlich auf der rechten Spur dahingurken, wobei die ja allesamt keinesfalls brav den 80er fahren wie man so denken möchte. Dank altem 3er Führerschein durfte ich den schneeweißen 7.5 Tonner ohne Zusatzqualifikation mit auf die Reise nehmen und genoß den schönen Ausblick „von oben“ auf den restlichen Verkehr sowie den wadenschonenden Tempomat. Nur das gelegentliche Einparken bedurfte etwas Training – bei 8 Metern Länge und 2,5 Meter Breite aber auch keine große Überraschung. Witzig auch dass während der Fahrt regelmäßig ein kleines, gelb leuchtendes Hinweissignal den eifrigen Fahrer zur Einhaltung von Erholungspausen ermahnte – anfangs dachte ich „OH – MEIN – GOTT, ein unbekannter Fehlercode“, bin sofort die nächste Ausfahrt raus und hab im Handbuch geblättert, bis dann die Entwarnung kam. Trotzdem habe ich natürlich stets versucht, brav und „nach Vorschrift“ meine Pausenzeiten einzuhalten – wie sich’s gehört zwischen den großen Brummis auf den legendären Autobahn-Rastplätzen – allein schon des „Trucker-Feelings“ wegen 😉

Mein großer Bruder
Mein großer grüner Bruder

Die Fähren waren auch ein wahres Erlebnis – einmal hatte ich das Autodeck quasi für mich, ein andermal verkrampften sich meine Finger ums Lenkrad vor lauter Panik während des Einparkens nicht überall gleichzeitig hingucken zu können – weil’s echt ENG war und der blonde Fährenboy gemütlich weiterwinkt – geht noch… geht noch… AHHHHH….

Eingeengt
Eingeengt

Und dann… nach gerademal 1.580 km mit 2 Nächten in der Fahrerkabine (erstaunlich komfortabel) durfte ich dann endlich wieder åländischen Asphalt unter den Reifen spüren – witzigerweise durch enorme Fahrbahnunebenheiten und dadurch langsam-ruckelige Fahrweise geprägt. Schön war es trotzdem – die gute Luft (wenn auch nordisch kühl), der blaue Himmel und die praktisch leeren Straßen (was aber auch in Schweden schon so war). Nach 3 Tagen on tour war es dann aber endlich soweit – mein Brummi rollte in Hasslebo ein und es wurde erstmal für längere Zeit die Handbremse angezogen. Was für eine Erleichterung :)

Brummi ist zuhause
Der Brummi ist zuhause

Was dann kam – das letzte Mal unsere tausend Sachen in Händen halten… und dann endlich endlich AUSPACKEN :) Wie schön das ist, das gibt einem endgültig das Gefühl angekommen zu sein – hat ja lang genug gedauert. Trotzdem stehen leider noch immer gut 1,5 Tonnen an Gütern in Straubing da der Laster leider anfangs total überladen war und daher zu gut 1/3 wieder ausgeladen werden musste. Daher muss unser neues Heim derzeit ohne Bücher und unsere leckeren Einmachdelikatessen (Apfelmus, Birnen, diverse Marmeladen) auskommen. Aber wir arbeiten schon an einer Strategie um auch dieses Kapitel bald als erledigt abhaken zu können.

Jedenfalls gab es natürlich auch das lang ersehnte Wiederschmuseln mit Frau und allerlei Getier nach einem ganzen Monat der Abwesenheit. Vor allem Karotte hat sich gefreut wie ein Schnitzel und wollte sich gar nicht mehr einkriegen.  Das ganze Wochenende haben wir – neben dem Ausladen und Auspacken – mit Erholung, langen Spaziergängen und Ausschlafen zugebracht :)

Die Rückfahrt war dann auch tatsächlich ziemlich unspektakulär. Völlig leer schaffte es mein Brummi ohne Probleme jeden großen Kollegen bergauf zu schlucken ohne mit der Wimper zu zucken. Auch die Polizei zeigte äußerst reges Desinteresse an der „Spedition Prokupek“ – ich hatte lediglich einen kurzen amüsanten Plausch mit zwei schwedischen Cops auf der Autobahn, nachdem ich mir ein gemütliches Rastplätzchen mitten im Wald gesucht hatte – daraufhin hat sogleich ein misstrauischer Anwohner die blauen Sheriffs gerufen – die waren aber eher erfreut über die Abwechslung und zeigten sich sehr interessiert an meiner Umzugsstory mit all den Ländern und Fähren.

Fährenschlund
Fährenschlund

So war das Ziel dann nach gut 2 Wochen endlich erreicht und gestern habe ich mich von meinem treuen Brummi verabschiedet, der mich brav und ohne zu Meckern diese Wahnsinnsstrecke vorwärts gebracht hat. Tack så jätte mycket!

Weiter geht’s in Kürze mit einigen Geschichten von Marie – ich hoffe ihr bleibt uns weiterhin als treue Leserschaft erhalten :)

Es grüßt ganz herzlich,

ein sichtlich zufriedener und erleichterter Stefan

LKW

Es geht los…

Liebe Bloggianer,

sich selbst hochgesteckte Ziele zu setzen gilt im Allgemeinen als wichtiger Lebensinhalt – sprich vor allem um „das Beste rauszuholen“ aus dem was das Leben so hergibt. Nun ja, Marie und ich haben uns in der Tat aktuell recht hohe Ziele gesetzt, nicht nur hoch (im Norden) gelegen sondern – wie sich gerade rausstellt – wirklich voller Herausforderungen.

Morgen geht es los – mit dem 7,5 Tonner von Süd nach Nord, ganze 1.620km von Straubing bis Hasslebo. Über 1.500km Autobahnen in Deutschland und Schweden sowie über 3 Fähren. Ich sollte schnell schlafen gehen damit ich morgen fit wie ein Turnschuh aus den Federn komme. Aber nach den bisherigen Eskapaden werde ich eh nicht gut schlafen können. Bedenkt man all die Problemchen, die bis zum heutigen Tag schon aufgetreten ist, sollte man eigentlich annehmen dürfen dass der nun folgende Teil der Fahrt ein Kinderspiel wird. Was kann ich alles erzählen?

– Mafiöse Umzugsfirmen in Wien

– Spontaner Motorschaden auf der Autobahn

– Überladung des LKW mit satten 2.2 Tonnen zuviel

Und noch einige andere Kleinigkeiten – hach ja, das gibt schöne Lagerfeuer-Anekdoten.

Jedenfalls grüße ich euch alle hier und dort, hüben wie drüben und hoffe recht bald wieder einen Artikel hier in den Äther schicken zu dürfen, der in etwa den folgenden Titel tragen sollte: „Alles gut“ :)

Man wird sehen… und lesen!

Hasslebo Gästhem

Hasslebo oder „Hotel Prokupek“

Wie schon vormals erwähnt – wir sammeln gerade Blog-Themen zu hauf und wissen garnicht wirklich wo eigentlich anzufangen wäre. Nachdem nun aber bereits mehrmals zu Natur, Inselleben und anderen Urlaubsimpressionen geschrieben wurde widme ich mich nun erstmalig der „zweiten Hälfte“ unserer hiesigen Tätigkeiten – dem Betrieb von Gästehaus und Campingplatz :)

Intro: Välkommen till Hasslebo

Stellt euch folgendes vor: Ihr steht auf dem Sonnendeck einer Fähre – nicht irgendeiner – sondern ein Eisbrecher-Klasse-1 der es auch bei dick gefrorener See noch schafft Personen von A nach B zu transportieren. Doch jetzt ist kein Eis in Sicht, das Meer ist tiefblau und konkurriert mit dem Himmel, der fast noch einen Tick blauer zu sein scheint. Auf dem Wasser kringeln sich kleine Wellen, vor allem dort wo es auf eine der ungezählten Schären und Inseln trifft, die mal mit purem Fels, mal mit Baum und Strauch besetzt aus dem Wasser ragen.

Schäreninsel
Schäreninsel

Nun kommt der Fährhafen in Sicht, während ein Tross Möwen, lautstark ihre Kreise um die Fähre drehend, ihr Interesse am seefahrenden Völkchen bekundet. Nach einem gekonnten Andockmanöver betretet ihr nun erstmals die Insel Kumlinge. Der erste Eindruck? Waldig, urig, sehr viel Natur. Nach 2 Kilometern auf Asphalt wird es sogar noch besser – das farbenfrohe Straßenschild mit Aufschrift „Hasslebo Gästhem“ zeigt nach links von der Hauptstraße weg und nun ist es wirklich LAND PUR. Eine rote Schotterstraße führt weitere 3km bis zum nächsten Abzweig, wo sich ein weiteres Schild  gesellig mit einigen bunten Briefkästen zusammengetan hat un ein farbenfrohes Rudel zu bilden.

Knallbunte Briefkästle
Knallbunte Briefkästle an rotem Schotterweg

Jetzt sind es nur noch gut 300 Meter und dann…

Das Gästehaus – Sov gott (Schlaf gut)

Kaum habt ihr euer Fahrrad oder Auto abgestellt (wie schön, es gibt sogar hölzerne Abstellplätze fürs Radl) kommt euch im Normalfall auch schon jemand entgegen. Ebenso häufig werdet ihr durch lautes Bellen begrüßt, manchmal steht sogar ein flauschiger Wüterich vor euch den man eher nicht anfassen möchte so wie er sich benimmt – aber das kommt zum Glück doch eher selten vor :)

Vom freundlichen Gästehausteam, derzeit aus drei hochprofessionellen Fachkräften aus dem Bereich Architektur, Tiermedizin und Journalismus bestehend, werdet ihr zunächst auf schwedisch willkommen geheißen „Hej – välkommen till Hasslebo“ und dann sogleich – auch auf schwedisch – gefragt obs denn auch auf englisch ginge „Talar du också engelska?“ und dann gehts meist in der Weltsprache #1 weiter. So wird man schnurstracks durch den Haupteingang ins Haus und auf die liebevoll vorbereiteten Zimmer geführt.

Schlaf gut
Schlaf gut

Gleichzeitig wird man mit dem ökologischen Konzept des Gästehauses vertraut gemacht (Solarkollektoren, Schilfbeet zur Grauwasserbehandlung, ökologische Zellulosedämmung, Wärmepumpe als Heizung) und natürlich in das Kernstück des Öko-Gästebetriebs eingewiesen – der KOMPOSTTOILETTE !!! (eigentlich wollte ich jetzt den Geigensound aus Psycho einfügen – war mir dann aber doch zuviel Aufwand)…

El Komposto diablo
El Komposto diablo

Aber nur keine Panik, bislang gabs keinen Gast der daraufhin naserümpfend das Weite gesucht hätte – die meisten kennen das Prinzip ohnehin schon von ihrem „Mökki“ in Finnland oder der „Stuga“ in Schweden – also der kleinen Ferienhütte im tiefen Wäldle, etc. Also gut, Bettwäsche wurde selbst mitgebracht (das geht bei uns und man spart sich ein paar Euro) und Frühstück wollen sie eigentlich alle – also auch ihr – oder etwa nicht?

Früüüüühstück
Früüüüühstück

Dann bleibt euch fast nichts mehr übrig als den Aufenthalt zu genießen, den Blick hinaus in die Natur (außer einem kleinen Bootshaus am Meer sieht man bei uns rundherum kein anderes Gebäude außerhalb des Grundstücks), auf die Pferde und Esel drüben auf der Koppel, ab und zu auf einen Fuchs der sich am Waldrand tummelt oder den wunderschönen Himmel, der mit immer wieder neuen Wolkenformationen stets eine Inspirationsquelle à la Rohrschachtest darstellt. Und natürlich – als wohl allerwichtigstes überhaupt – die Ruhe. Einfach nur Stille. Kein Lärm. Keine Autos (zumindest ab 10 Uhr abends – ansonsten halt der Nachbar ab und zu) und keine Straßenbahn. Und die Luftqualität ist natürlich auch der Wahnsinn, aber das habt ihr sicher schon auf der Fähre bemerkt.

Also – wie gehts weiter? Mit dem Fahrrad quer über die Insel? Raus aufs Meer mit unseren beiden Kajaks? Einen gut 2,5 stündigen Spaziergang von der alten Steinkirche bis runter an den Gästehafen wo man einen atemberaubenden Sonnenuntergang beobachten kann?

Sonnenuntergang am Meer
Sonnenuntergang am Meer

Es liegt an euch – manche Gäste bleiben nur 1 Nacht und fahren am nächsten Morgen gleich mit der nächsten Fähre weiter – manche bleiben aber eine ganze Woche lang und verloben sich sogar hier auf Kumlinge (Gruß an Manuel und Melanie).

Also – lasst die Seele baumeln und atmet ganz tief durch – hier kann man sich das noch guten Gewissens erlauben – so oft man will :)

 

 

Küchenchef Stefan

Tag 3 – Vom Garten auf den Tisch

Und wieder ein Tag auf Hasslebo vergangen!

Noch wird uns nicht langweilig – weder beim „Tagesgeschäft“ noch bei der Suche nach Inhalten für den Blog. Mal sehen wie lange wir es durchhalten mit dem täglichen Bericht – aber vorerst – Vollgas!

Heute war ein richtiger Gartentag. Neben der Pflege unseres renovierten Gewächshauses mit den 24 Tomatenpflanzen drin haben wir ein neues Beet angelegt (ca. 1,5 x 4m) – d.h. vor allem erstmal vom wilden Grünwuchs befreit und mit einer neuen Humusschicht ausgestattet. Außerdem haben wir nun einen neuen Komposthaufen. Beides im nachfolgenden Bild zu sehen – Kompost links – Beet rechts.

Komposthaufen und Beet
Komposthaufen und Beet

Material für den Kompost gab es natürlich zur Genüge – perfekt ist vor allem die Pferde- und Eselherde des Nachbarn, der uns scheinbar in unbegrenzter Quantität mit hochwertigem Dünger (in Form von Pferdemist) ausstatten kann – da lacht das Gärtnerherz, gerade weil man aufgrund der Nähe das ganze ohne Probleme einfach mit dem Schubkarren rüberfahren kann. Der Kompost wird also sicher gelingen!

Neben der Kompost- und Beetanlage haben wir uns mit Kora zusammen auf Entdeckungstour gemacht. Nachdem seit fast einem Jahr hier im Garten nichts aktiv gemacht wurde ist auf den ersten Blick ein rechter Dschungel entstanden. Trotzdem fanden sich bei genauem Hinschauen erstaunlich viele „Schätze“ im Dickicht. Unter anderem Pastinaken, Topinambur und Meerrettich (für unsere Österreicher: Kren) und sogar grüner Spargel. Zwiebeln, Kartoffeln und diverse Kräuter finden sich sowieso quasi an jeder Ecke und hinter jedem Grasbüschel, auf dem Mittagstisch ist also auch jetzt schon einiges geboten aus dem eigenen Garten – vor allem allerdings Rhabarber, daraus wird derzeit neben Mus auch jede Art von Kuchen gemacht die uns so einfällt :)

Rhabarber
Rhabarber

Und am Kochen sind wir ohnehin quasi ständig. Bei derzeit noch 5 Personen die versorgt werden wollen – und alle haben (begründeterweise) einen ordentlichen Appetit – sind das immer ganz ordentliche Mengen. Gerade ist die Gemüselasagne im Ofen für die 3 Leute parallel Gemüse geschnibbelt haben. Hier das entsprechende Beweisfoto bzgl. logistischer Herausforderung :)

Küchenchef Stefan
Küchenchef Stefan

Und damit – bzw. vor allem weil ich großen Hunger habe und gleich mal rüber schauen werde in die Küche zur Lasagne – wünschen wir euch allen überall im Süden noch einen schönen Abend und viel Spaß beim Lesen.

Übrigens werden bald hier auch die ersten Doku-Videos erscheinen, gefilmt haben wir ja vom ersten Tag an, nun haben wir bald endlich mal Zeit die Clips zu schneiden und hochzuladen – freut euch drauf 😀

Hej då,

Stefan och Marie på Hasslebo

das Meer

Tag 2 – Inselleben oder DAS MEER

Grueziwohl liebe Blog-Community,

wieder ging die Sonne früher auf als uns Recht gewesen wäre – aber nachdem es jetzt – um 0.16 Uhr Ortszeit – gerade mal so dunkel ist dass man den Mond am Himmel tatsächlich erkennen kann – ist das nichts wirklich überraschendes.

Unser zweiter vollständiger Tag hier auf Kumlinge war schon etwas routinierter als der erste. Das Aufstehen war nicht mehr mit dem AHA-Effekt begleitet „Wow, wir sind da!“ sondern gleich mit dem ersten Augenaufschlag war klar dass unser Inselabenteuer nun endgültig begonnen hat.

Heute also etwas mehr Routine. Das hieß wieder Gartenarbeit, Vorbereitungen für die ersten Gäste, die dann auch brav angetrudelt kamen am Nachmittag. Und… und… das Meer!

das Meer
das Meer

JA – genau das meinen wir – auch wenn es an unserer Inselküste eher aussieht wie ein See oder ein etwas gurkenförmig dahindümpelnder Fluss – nein es ist tatsächlich die Ostsee. Mein erster ritueller Schwimmversuch endete in einem peinlichen Platscher da die glitschigen Felsen leider noch glitschiger waren als ohnehin angenommen – aber das Wasser war wunderbar warm 😀

Unseren Hunden hat es natürlich auch gut gefallen – bei den heute doch immerhin 33° in der Sonne (Schatten ca. 28°) wollte sich ohnehin jeder einfach nur abkühlen – da störte auch das Salzwasser nicht wirklich – obwohl hier im Küstenbereich durch die vielen Oberflächengewässer ein recht hoher Süßwassereintrag ist – also fast überall Brackwasserzonen zu finden sind wo die Hunde sogar ihren Durst im Meer stillen können.

Schnupps del mar
Schnupps del mar

Nach erfolgreichem Meerspaziergang mit ausreichend Zeit die Stille und die Natur zu genießen ging es dann wieder zurück zum Anwesen – hier auch noch ein kleines Foto wie unser Reich von Südosten her aussieht – am Nachmittag gegen 16 Uhr aufgenommen. Uns gefallen mittlerweile vor allem die hohen Bäume hinter den Häusern unglaublich gut, da sie eine richtig schöne Einfassung für die sonst große Lichtung bilden. Die Apfelbäume (im Garten rechts neben dem großen Haus) stehen fast alle noch in Blüte, hier sind wir halt etwas später dran als zuhause in Deutschland /Österreich :)

Südostansicht Hasslebo
Südostansicht Hasslebo

Nachmittags sitzen wir immer gemeinsam auf der Terrasse und genehmigen uns einen Tee, Kaffee oder auch besondere Köstlichkeiten wie z.B. einen Löwenzahnkaffee (aus gerösteten Löwenzahnwurzeln gekocht) – sehr lecker. Vor solch einer schönen Kulisse ist das ganz besonders nett – und großen zeitlichen Stress haben wir hier sowieso nicht. Das einzige Problem ist nur immer dass es (aufgrund der langen Helligkeit) dann plötzlich halb zwölf Uhr nachts ist…

Tea Time auf Hasslebo
Tea Time auf Hasslebo

Außerdem lernen wir Stück für Stück auch die åländische Küche kennen – heute verwöhnte uns Kora zum Tee mit selbstgemachtem Ålands-Pankaka auf Milchreisbasis mit Sahne und Rhabarbermus – einfach ein Traum. Werden wir auch bald selbst mal versuchen – ebenso wie unser erstes eigenes Brot auf Sauerteigbasis – ist schon vorbereitet und wartet nur noch auf den ersten Einsatz.

Ålands Pankaka
Ålands Pankaka

Und damit verabschiede ich mich für heute weils eigentlich schon wieder morgen ist – naja bei euch zuhause eben noch nicht 😉

Bleibt uns treu ihr lieben Blog-Leser und Leserinnen, wir freuen uns über jeden Kommentar und vermissen euch alle jetzt schon sehr, am liebsten würden wir hier eine riesengroße Sommerparty schmeißen mit euch allen zusammen, mit Lagerfeuer und Mitternachtsschwimmen im Meer – aber so müssen wir das alles wohl (leider) ganz alleine machen… wir werden berichten 😉

Marie im künftigen Tomatenparadies

Tag 1 – Gartenarbeit… oder wir roden den Urwald

Hallo liebe Blog-Fangemeinde 😉

Heute also das erste Mal…

a) aussschlafen…. herrlich! Die fehlende Dunkelheit hat so gar nicht gestört. Das Vogelgezwitscher dafür umso mehr entspannt… Wahnsinn, wie gut es ist, wenn keine Auto/S-Bahn/Menschen vorbeikommen….

b) Hafergrütze… geschmackssache. Ist wohl noch pimpfähig :-)

c) Rundes WASA-Knäcke! Yeah! Ohne Worte!

d) Die Katze in die Wiese setzen (angeleint)… Sie rennt sofort wieder ins Haus 😉 Ach ja – unser Haus – die Lillstuga – hier ein Bild

Die Lillstuga
Die Lillstuga

e) Die Tomaten pflanzen: Nachdem wir rund um Ostern unsere liebsten Sorten vom letzten Jahr säten und sie liebevoll auf der Wiener Fensterbank hegten und pflegten (nicht zu vergessen die liebevolle Urlaubsbetreuung unserer Nachbarin, weil wir sooft unterwegs waren) – durften 24 Stück mit auf die Reise in den Norden.
Die Reise haben alle gut überstanden und nun hieß es – Platz finden. Natürlich ist das Gewächshaus der richtige Ort dafür, aber in 9 Monaten Abwesenheit der Eigentümer hat die Natur sich das Gewächshaus zurückerobert. Irre, wie schnell das alles wachsen kann.
Also bewaffneten wir uns mit Hacke, Spaten, Mistgabel und legten los.  Nach mehreren Stunden für wenige Quadratmeter waren wir am Humus angelangt. Sehr guter Boden im Gewächshaus. Kein Wunder, dass sich die Beikräuter dort sehr wohl fühlen!

vorhernachher

Am Morgen/Vormittag war es noch sehr bewölkt, windig, gar regnerisch gewesen. Doch am nachmittag zogen allen Wolken ab, die Sonne strahlte, der Wind legte sich… Was will man mehr… ? Unsere Tomaten finden’s hoffentlich ebenso gut und wachsen jetzt fröhlich weiter. (Nachdem sie teilweise ja schon sehr lang in den Töpfchen waren, haben sie den Platz jetzt auch bitter nötig)…

f) die erste Schlange (bzw. mehrere der selben Gattung) gesichtet… Die  Natur hier ist echt urig!

g) Huch schon so spät??? Wenn Abends um 20:00 die Sonne noch auf nachmittags-Stellung am Himmel steht, spielt die innere Uhr verrückt… Mal schauen, wie sich das einpendelt 😉 Es muss ja schließlich vor lauter Gartenarbeit noch Zeit für den Blog bleiben :-)

Gute Nacht liebe Freunde und Familie…. Auch ihr werdet vermisst!

Marie

Enklinge - ganz nah bei Kumlinge

Anreise – Tag 3 – Ankunft auf Hasslebo

Ja – wir sind da !!!!

Ganze 3 Tage waren wir unterwegs, haben über 2.000 km Strecke gemacht und sogar 4 Fähren gebraucht (die kleine Seilfähre mitgerechnet) um hierher zu kommen – Hasslebo – auf der Schäreninsel Kumlinge, weit draußen und hoch droben in der Ostsee.

Also – unsere ersten Eindrücke – es ist warm :) Tatsächlich ist der Vergleich mit der schwedischen Ostseeküste (Grisslehamn) und auch der Wetterlage während der Überfahrt evident – hier herrscht derartig mildes Klima dass wir es garnicht glauben konnten als wir von der Fähre runter erstmals aus dem Auto stiegen um unseren ersten Åland-Geocache zu holen. Es war wie wenn man aus dem Fliege steigt – absolut angenehm. Ansonsten sind die Straßen rot und die Autos wenige und wunderbar gemütlich langsam unterwegs. Unsere nachmittägliche Shoppingtour durch die Sparhallen war auch erfolgreich, sind gleich mal über 140 Euro losgeworden für die wöchentlichen Waren für uns und die zu erwartenden Gäste. Ist halt doch etwas teuerer hier als auf dem Festland – aber das war zu erwarten.

Die ersten Gäste sind auch schon da – ein finnisches Pärchen hat es sich auf dem Campingplatz gemütlich gemacht. Unsere Zoogemeinschaft liegt diesen Fleck Erde auch bereits heiß und innig, Angua hat sich ein schönes Fleckchen Wiese platt gewälzt und Karotte bewacht brav Auto und Hauseingänge – was will man mehr.

Wir warten aktuell noch darauf dass die Sonne endlich untergeht (es ist jetzt 10 vor 11 Uhr Ortszeit und man könnte meinen es ist später Nachmittag.  Den Tag haben wir bei einem guten Abendessen mit unseren Gastgebern ausklingen lassen (Grüne Kräutersuppe und Pfannkuchen aus Sauerteig – sehr zu empfehlen) und sind noch schnell mit den Hunden zum Meer spaziert – war aber ein kurzer Ausflug aufgrund der heftigen Mückenattacken – aber wir haben ja mitgedacht und Anti-Brumm dabei – ab morgen im Einsatz.

So – jetzt müssen wir erstmal unsere Erfahrungen mit einer ordentlichen Mütze Schlaf verarbeiten und die Geschehnisse der letzten Stunden und Tage Revue passieren lassen – dann erst können wir guten Gewissens sagen – wir sind angekommen :)

Liebe Grüße von euren Åländern Stefan und Marie!