Kategorie-Archiv: Garten

Wie nutzen wir unseren Garten auf Hasslebo – Bestandsaufnahme, Gärtnern, Spielwiese, Selbstversorgungsgedanken

Bienen im Fokus

Unsere neuen Mitbewohner – Imkern im Top-Bar-Hive

Liebe Freunde in Fern und Ferner,

Winterzeit  bedeutet Gartenpause und ermöglicht Computerzeit. Nein, es ist wirklich niemals langweilig auf unserer Insel!

Nun will ich euch eine der besten Geschichten des Jahres 2015 erzählen: Unser erster Bienenschwarm ist eingezogen!

Bereits im Frühjahr habe ich einen Imkerkurs besucht und dann meine Ausrüstung besorgt (Anzug, Handschuhe, Stockmeißel, Besen,  Lüftungsgitter…) und mich über die verschiedenen Bienen-Behausungen informiert. Mir war von Anfang an klar,  dass das Imkern in der klassischen Form (in stapelbaren [Styropor-] Kisten ) für mich nicht in Frage kommt. Aus unterschiedlichen Gründen.  Hauptgrund ist dass ich den Honiggewinn nicht als Hauptgrund für die Imkerei sehe und wenn ich nur 5kg Honig/Stock bekomme, reicht mir das (üblich sind 10-25 kg). Hinzu kommt der Gewinn an Bienenwachs – ich freue mich schon sehr auf unsere ersten Bienenwachskerzen :-)

Profi-Imkerin Marie in voller Montur
Profi-Imkerin Marie in voller Montur

Ein paar Bücker, Blogs und Gespräche später habe ich mich auch aus rein praktischen Baugründen für die „kenianische Oberträgerbeute“ oder „Top-Bar-Hive“ entschieden. Kann man im Web einiges zu nachlesen.

Zuerst hieß es also die Beute zu bauen, danach die Wachsstarter an den Oberträgern anzubringen und schlussendlich noch mit bienenfreundlicher Farbe zu streichen (hilft bei der Orientierung) .

In Ermangelung von Leimholzplatten, haben wir handelsübliche sägeraue Bretter genommen und diese an den Außenseiten verbunden.

Im Großen und Ganzen sind die Maße des Top-Bar-Hive recht flexibel, allerdings nicht die der Oberträger. Die müssen exakt 35mm breit sein (weil dann genau 2 Waben+Wabengasse an einen Oberträger passen) – was witzigerweise der durchschnittlichen deutschen Dachlattte entspricht.  Vor Ort war das leider mühsamer und musste aus anderen Latten zugeschnitten werden.

Weiter geht’s mit dem Boden aus  bienengeeignetem Drahtgitter.

Zu guter Letzt kommt Farbe ins Spiel – angerührt aus klatgepresstem Leinöl + Pigmenten. Vorher ein Anstrich mit ausschließlich Leinöl.

Unsere neue Oberträgerbeute wird von 2 Volontären mit Leinöl gestrichen
Unsere neue Oberträgerbeute wird von 2 Volontären mit Leinöl gestrichen

Und dann kam schon der große Tag  – plötzlich stand unsere Nachbarin vor der Tür (die bisher einzige Imkerin der gesamten Insel), weil ein Bienenschwarm in den Schornstein unserer Nachbarn einziehen wollte. (Bienen lieben Schornsteine)
Also hab ich am wärmsten und sonnigsten Wochenende des Jahres den Anzug angezogen, Gummistiefel dazu, und los ging die fröhliche Jagd.
Reichlich spektakulär startete es damit, dass die Bienen in den Schornstein der Sauna eingezogen waren, daher hatten die Nachbarn schon angefangen Feuer zu machen (=finden die Bienen doof und ziehen wieder aus) – in der Sauna waren also >50°.  Dumm nur, dass die Bienen gar nicht im Zug des Ofens saßen,  sondern im Lüftungsschacht – als wir vor Ort waren war es schon war der Ofen schon warm. Also Türen zu – weil die Bienen auch in der Sauna waren, aber sich nicht im Haus verteilen sollten – und mit dem Smoker Rauch erzeugt, auf der wackeligen Bank der Sauna stehend, den Arm zur Decke Richtung Lüftungsgitter haltend versteht sich.

Sauna auf Finnisch  – ganz neu definiert.

30 Minuten und viele Schweißtropfen später – beschloss der Schwarm unter großem Summen wieder auszuziehen. So ein Schwarm ist wirklich ein spektakulärer Anblick.
Nach einer weiteren halben Stunde hatte er sich dann im Baum gesammelt und ich konnte ihn mit samt einem Ast einfangen.

Der von den Bienen okkupierte Baum der Nachbarn
Der von den Bienen okkupierte Baum der Nachbarn

Am späten Abend habe ich den Schwarm dann in die Beute eingeschlagen und gehofft, es würde ihnen gefallen.

Dann der Schreck am nächsten Tag – wieder ein Schwarm bei den Nachbarn! Wieder am Schornstein, wobei sie diesmal durch frühes Einheizen in die Kiefern neben dem Gehöft. Leider 6 m hoch.
Das Programm lautete dann also auf der Leiter erst sprühen, dann sägen – und nein – man kam nicht bequem daran, sondern wir mussten eine „Säge am Stil“ verwenden.

Mehrere Stunden später waren dann noch die letzen Biene vertrieben – und meine Erleichterung groß, dass nicht einfach unser Schwarm wieder ausgezogen ist!

Nach einer Woche der erste Check, ob auch brav mit Bautätigkeit begonnen worden war…

Die erste Wabe am Oberträger
Die erste Wabe am Oberträger

Und dann noch 2 Mal während des Sommers um zu sehen, wie die Baufortschritte sind, aber auch um die Königin zu käfigen und zu markieren.

Im ersten Jahr gibt es keine Ernte, aber sicherheitshalber habe ich noch ordentlich zugefüttert, damit die Damen den kalten Winter gut überstehen.

Ich freu mich schon aufs nächste Jahr und gerade haben wir alles für einen zweite Top-Bar-Hive eingekauft – diesmal sogar mit Guckfenster! :-)

Ich hoffe also,  dass alles gut geht und unsere Besucher im nächsten Sommer bereits eigenen Hasslebo-Honig kosten dürfen!

Herzliche Grüße an die hoffentlich noch immer treue Leserschaft – da der Winter scheinbar erst so richtig loslegt habe wir in nächster Zeit (ziemlich) sicher mehr Zeit um weitere Artikel zu verfassen – ihr dürft uns gerne wieder daran erinnern 😉

Eure (aktuell sehr frierende) Marie

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Frühling…oder was machen wir nur mit 100 Lauchpflanzen?

Liebste Freunde,

ich schäme mich weiterhin ob der minimalen Updates. Aber nun wird es bestimmt besser :-)

Hier also ein kleines Update was sich im hohen Norden so tut. Ein bisschen merken wir nun auch, dass wir in Finnland wohnen. Mit etwas Heimweh sehe ich Fotos von blühenden Bäumen und Sträuchern auf Facebook… Hier blühen gerade die Krokusse, noch ein paar Schneeglöckchen und die Osterglocken kämpfen noch 😉

Im Winter habe ich Bücher (zum Thema Mischkulturen: Faßmann und Weinrich – beide SEHR, v.a in Kombination, zu empfehlen) und natürlich unsere beiden Gartenbibeln ( DAS Handbuch und DER Biogarten) gewälzt um den Plan fürs das nun kommende Jahr zu erstellen.  Reichlich kompliziert, was da neben wem stehen soll und bloß nicht mit Senf oder Mangold oder Spinat oder oder oder kombiniert werden will… Außerdem noch beachten, wie lange man warten muss, bis man wieder etwas aus der gleichen Familie anbauen darf… Viele Überlegungen später steht der Plan und damit auch, wann welche Pflanzen angesäht werden müssen um dann Mitte Mai ausgewildert zu werden oder wann wer gesäht werden darf :-)

Gedacht…Getan! Vor 3 Wochen habe ich die meisten Saaten in allerleie Gefäße verteilt und nun verbringe ich meine Wochenenden damit zu pikieren um umzutopfen :-)

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1 Woche nach der Aussaat. Es grünt schon sehr!

 

Begonnen haben wir ja vor 2 Jahren mit Tomaten (so manch einer von euch durfte ja schon ein Pflänzchen von uns übernehmen :-) ) und dieses Jahr also das erste Mal: Sellerie, Lauch, Lavendel, Bohnenkraut, Paprika, Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Blumenkohl, Frühlingszwiebeln…

Mein Grundsatz lautet… wer weiß ob die Samen auch aufgehen…Lieber ein paar mehr sähen. Vielleicht sollte ich das nochmal überdenken.

Wow! Dabei soll Lavendel super schwer zu kultivieren sein. Langsam und schlecht keimen...?
Wow! Dabei soll Lavendel super schwer zu kultivieren sein. Langsam und schlecht keimen…?

Das Pikierbrett ist voll…mit 70 Laufpflanzen und 50 Tomatenpflanzen… Und dabei warten noch ganz viele andere Lauchpflanzen darauf pikiert zu werden…! (und der Sellerie und das Bohnenkraut und der Lavendel und die Paprika… 😛 )
Im Vergleich zu den nahezu unkaputtbaren (und daher für jeden Anfänger wärmsten zu empfehlen) Tomatenpflänzchen, gleicht ein Hauch von einem Lavendel mit 2 Keimblättern dran einem Haar welches es in ein neues Zuhause zu geleiten gilt. Naja, ich hab ja ein paar zum Üben 😉

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Der Lauch auf dem Weg ins neue Heim…

 

Aktuell begeistert mich am meisten, dass die klitzekleinen Pflanzen bereits unglaublich intensiv duften… Nach Lavendel, Basilikum, Frühlingszwiebel, Bohnenkraut, Kresse… Einfach faszinierend!
Auch wie unterschiedlich sie keimen, wachsen, sich entfalten…
Da gibt es die „Großen“, wie die Sonnenblumen oder die Kapuzinerkresse, die irre schnell wachsen und Blattmasse erzeugen.

Die Sonnenblume keimt (und neben ihr Beikräuter aus dem Kompost :-P )
Die Sonnenblume keimt (und neben ihr Beikräuter aus dem Kompost 😛 )

Aber auch den Sellerie, der aus klitzeklitzekleinen Samen kommt und der Lauch, der nur ein hauchzartes Grashälmchen ist.

Der Lauch!
Hauchzart…Oder?

Das Wunder des Lebens und wie aus ein paar Zellen eine Pflanze oder ein Tier oder ein Mensch wird, wird niemals aufhören mich zu begeistern. Wir irre spannend, zu beobachten, wie aus so etwas Einfachem wie einem Samen eine Pflanze heranwächst.
Gärtnern ist wahrlich meditativ. Man hat viel Zeit dieses Wunder zu bestaunen und dann am Ende auch genießen zu dürfen.

Eigene Tomaten, Lauch, Sellerie, Mangold, Kartoffeln…. ernten zu können, bedeutet so viel mehr als sie zu kaufen. Da liegt am Ende ein Stück Herzblut auf dem Teller!

In diesem Sinne: Frohes Gärtnern oder einfach Genießen, dass der Frühling da ist und die Natur zum Leben erwacht!

Sonne, doch kühle (5°C) Grüße vom grünenden Hasslebo!

Marie

ohne Worte

Über Haustiere – oder Wer bist du?

Liebe Fangemeinde ;-),

die Tage 7-9 waren geprägt von Regen, Wind und Hausarbeit.

Mitwoch waren wir in Mariehamn und haben dort Das Schlaraffenland (für uns) entdeckt: Emmaus! Das sind Second Hand Stores, deren Inhalt gespendet wird. Die Einnahmen fließen dann in Sozialprojekte. Außerdem sind die Läden selber Sozialprojekte z.B. für Langzeitarbeitslose.
Jedenfalls gibt es ein Möbelsecondhand und ein Krimskrams-Allerlei… Wir haben beides sehr gründlich ansehen können :-) Stefan hat sich spontan in einen Tisch verliebt (und ihn nicht gekauft ^^)… Dafür haben wir ein wunderschönes Schlüsselkästchen gefunden, Holzschüsseln, unser erstes Enid Blyton Buch auf Schwedisch und eine Teetasse 😉 Stefan ist ja ein großer Flohmarktfan… Er kann ja bei Gelegenheit noch mehr berichten (und wir machen das nächste Mal Fotos).
Wir haben Kora und Thorsten am Hafen besucht, wo ihr alter Gaffelkutter (1896!) gerade generalsaniert wird.

Der Gaffelkutter
Der Gaffelkutter

Außerdem haben wir noch Koras Seekajak mitgebracht. Wir warten auf schönes Wetter und dann kann es losgehen mit dem Paddeln rund um die Insel :-) (Stefan dann im Schlauchboot, welches extra aus Wien importiert wurde – das war der Deal-Gegenstand zum Katzen-Mitnehmen trotz eingeschränkter Transportkapazitäten). Mit dem Kajak auf dem Dach wars jedenfalls fast wie bei der Anreise – die Autos hinter uns hatten jedenfalls immer gehörigen Mindestabstand 😉

Kajak on Tour
Kajak on Tour

Mittwoch morgen war wunderwunderwunderschönes Wetter. Strahlendblauer Himmel, Sonne, kaum Wind. Natürlich waren wir etwas verwöhnt davon, dass es ja schon die Woche vorher so war und haben keine Fotos gemacht. Naja. Man lernt aus seinen Fehlern. Aktuell ist es nicht gerade pittoresk draußen. Wir hoffen jedenfalls, dass es nochmal während der Fährfahrt so schön ist. Wir haben sie sehr genossen!
Seither ist es windig, wechselnd regnerisch und trocken, bewölkt, 12-14°C. Aber wie meinte Stefan so schön, beim gut eingepackten Hundespaziergang: „So ist mir das Wetter ja lieber als 35°C…“ Amen.

Nun also zum eigentlich Thema:
Sybil hat zum ersten Mal die Katzenklappe durchsprungen. Wir haben sie zur Eingewöhnung hochgeklappt. Sah sehr witzig aus: Katze sitzt davor, zielt, springt durch die Tür 😉 Draußen ist sie noch sehr schüchtern, war aber gestern das erste Mal im Gras (bisher blieb sie immer auf den Wegen) – natürlich im Zeitlupentempo.  Insgesamt genießt sie vor allem die Aussicht vom Treppenabsatz und knabbert etwas Gras – heute war sie nur ganz kurz draußen. Das mit dem Regen fand sie doch etwas unangenehm. Gestern Abend war sie länger unterwegs (15 Minuten) – da war es aber auch trocken.

Die Schnuffis durften gestern Modell sitzen :-) Eigentlich ohne Worte. Wohl gemerkt entstanden die Fotos rund um 0:30 – 1:00 da war die Dämmerung schon wieder am zunehmen.

...ob sie wohl gleich zum Werwolf wird???
…ob sie wohl gleich zum Werwolf wird???

Ich habe auch erst heute erfahren, dass die Milchstraße auf Schwedisch „Vintergatan“ = Winterstraße heißt. Mir ist nach der lettzen Woche auch klar wieso. Hatte ich mich doch zu Beginn aufs Sterne gucken gefreut, fiel mir das ja schnell ein, dass es gar nicht dunkel genug wird für Sterne. Mit Vollmond gestern Abend ging gar nix… Allerdings haben sie hier vor Ort wohl lang genug die Möglichkeit Sterne zu gucken im Winter…

Außerdem: Projekt „Wer bin ich?“
Der aktuelle Schlangencounter steht bei ca 10 St.  (an 3 verschiedenen Stellen kurz hintereinander gesehen, also sind es wirklich verschiedene Tiere). Sie sind sehr scheu und verschwinden blitzschnell bei der ersten Bewegung die sie sehen. Wobei einzelne Tiere weniger scheu sind. Auf Åland kommen Ringelnattern, Schlingnatter und die Kreuzotter vor. Letztere ist giftig. Nun wüsste ich ja schon gerne, ob ich mir Sorgen um unsere felligen Mitbewohner machen muss oder nicht… (Erwachsenen können sie nicht gefährlich werden). Also habe ich die letzten Tage versucht verschiedenste Fotos zu machen. Hier mal die Auswahl von heute.

Die Großfamilie...
Die Großfamilie…

Wohl gemerkt sind zu dem Zeitpunkt bereits 2 Stück verschwunden gewesen, obwohl ich sehr schnell auf den Auslöser gedrückt habe ^^

Großaufnahme - Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider...äh...Schuppen!
Großaufnahme – Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider…äh…Schuppen!

Wer mag mir sagen ob das nun eine Ringelnatter OHNE typische „Ringel“ ist? Ich suche schon seid 2 Tagen und habe bis jetzt nur einen einzelnen Hinweis gefunden, dass auch solche Farbvarianten vorkommen. Eigentlich passt alles dazu und einen von den Schlangen ist eindeutig eine Ringelnatter.  Wäre ja logisch, dass da noch ein paar Verwandte wohnen 😉 Also, eine schwarze Kreuzotter ist es definitiv nicht – die haben kleine Schuppen auf dem Kopf.
Ich denke also, dass es tatsächlich eine Ringelnattergroßfamilie ist. Das Gewächshaus haben wir ihnen eh überlassen, nur unsere Salate ziehen wir dort vor. Außerdem stehen 2 Paprikapflanzen dort (die haben wir bereits am Tag nach unserer Ankunft eingeplanzt, da hatte ich nur eine einzelne Schlange gesehen. Hätte ich gewusst dass das soviele wohnen, hätte ich ihnen das Feld ganz überlassen 😉

Der Vollständigkeithalber sei erwähnt: Die Lillstuga wird außerdem von einer Großfamilie Mäusen bewohnt (die wohl auch der Grund für die zahlreichen Schlangen sein dürften 😉 ) – naja eigentlich das Fundament und die Wände. Die Katze sitzt regelmäßig vor der Wand und starrt zu den Scharrgeräuschen….

Und überhaupt ärgere ich mich, dass wir kein Teleobjektiv dabei haben – es gibt wirklich die verschiedensten Vögel. Überhaupt hab ich noch nie soviele verschiedene Vögel an einem Ort gesehen (und natürlich auch viele, die ich noch nie vorher gesehen habe)… Ich versuche auch davon Fotos zu machen :-)

Bis bald ihr fleißigen Leser und Kommentatoren!

Marie

Stefan eingemattet

Tag 4-6 oder Erbsen für Alle!

Hallo liebe Familien und Freunde,

die letzten Tage waren so entspannt…Da haben wir glatt den Blog vernachlässigt.

Nachdem uns die Hausherren am Sonntag Haus und Hof überließen,  wollte für diesen Moment noch einiges vorbereitet sein.

Am Montag haben wir vor allem ausgeschlafen, eingekauft und gegärtnert.

Apropos Einkaufen: Der „Landhandel“ ist ein soo niedlicher Tante Emma Laden. Und es gibt sogar alles was man brauchen könnte :-) Ist sogar manchmal kaum teurer als in Österreich.
Außer natürlich das Bier. Wahnsinn! Irre! Stefan hat ab sofort Bierverbot bzw, darf er nur sonntags eines trinken… Eine einzelne Flasche Ålandisches Bier 0.33l kostet sage und schreibe 2,18€ (!!!!). Nein, nicht im Ausschank. Einfach eine Flasche Bier im Supermarkt. IRRE! Aber nachdem ich eh keines trinke, tangiert mich das Bier-Verbot auch nicht 😉

Bier her
Bier her

Heute kamen unsere ersten „eigenen“ Gäste. Ein finnisches Paar. Heute auch noch: Gärtnern :-)

Nun aber zum Titel dieses Blogeintrages: Das Erbsendilemma. Nachdem meine Mutter den Tipp gegeben hatte, man möge die Erbsen einweichen (über Nacht) vorm Einsetzen, damit das keimen schneller geht (Danke Mama!), habe ich genau das getan.
Doch wer lesen kann ist klar im Vorteil: Das „Big Pack“ enthält nämlich 10 Meter Erbsen. Hab ich aber ignoriert und natürlich alle Erbsen eingeweicht. Was eine kleine Schüssel voll war. Aber nachdem sie einmal eingeweicht waren, konnte ich sie natürlich nicht wieder trocknen…also rein in die Erde damit.
So haben wir praktisch Sonntag und Montag nix anderes gemacht, als Beete für die Erbsen zu schaffen… Wo man auch schaut stehen jetzt Erbsen. Hier auch ein Foto von den fertigen Beeten…
Wer immer uns also besuchen kommt. Ich hoffe, ihr habt nichts gegen Erbsen. Es wird sie in allen erdenklichen Varianten geben 😉

Stefan beim gärtnern
Stefan beim gärtnern

Dazwischen wurde immer eine Reihe Spinat gesäht. Davon wird es also auch in rauen Mengen geben. Ist ja auch gesund. :-)
Außerdem noch ein paar Reihen Mangold… Und wenige Pastinaken. Die werden nur leider nicht mehr erntereif sein, bevor wir fahren, schätze ich,  aber da hilft nur probieren…

Desweiteren  haben wir ein Beet mit Gurken…Da bin ich auch sehr gespannt… Der Salat keimt bereits und wir dann die kommenden Tage pikiert. Die Erdbeeren blühen gerade erst (da merkt man dann den Unterschied im Breitengrad so richtig) und wurden mühsam aus ihrer Unkrautumklammerung befreit.

Beet, Beet, Kompost, Gewächshaus, Lillstuga
Beet, Beet, Beet, Kompost, Gewächshaus, Lillstuga

Außer dem Garten: Sybil auf Erkundungstour:
Nachdem die ersten Versuche ergeben haben, dass die Dame des Hauses viel zu ängstlich ist um weg zu laufen, darf sie nun nach Belieben den Garten erkunden. Was allerdings eher nur geschieht, wenn ich dabei bin. Sehr niedlich war sie gestern Abend: Tür auf, Katze raus, Tür bleibt offen, Marie sitzt auf Bett, Katze kommt, springt aufs Bett, „Miau“, Marie steht natürlich auf, geht mit der Katze nach draußen und setzt sich dort auf die Treppe. Dann blieb Sybil auch länger draußen und hat sich in Ruhe umgeschaut. Gestern hat sie das erste Mal echtes Gras geknabbert. Und sie genießt schon regelmäßig die Aussicht vom Treppenabsatz. Phase 2 wird dann sein: Die Katzenklappe benutzen. Aber davon sind wir noch weit entfernt.
Ich hoffe, dass sie allein für diese Erfahrung der lange Transport gelohnt hat. Aber sie sah schon sehr interessiert aus. Bin gespannt, wie lange sie für ihre erste Maus braucht 😉

Sybil im Gras
Sybil im Gras

Last, but definetly not least: Die Hängematte!!!
Endlich haben wir Zeit gefunden, ein paar Taue aus dem Schuppen zu kramen und sie mit den einzigen Schiffsknoten anzubringen, die ich kenne 😉 Fazit: Es liegt sich sehr bequem, wenn auch genau auf Hundenasenhöhe. Wobei das für die Hunde kein Nachteil ist 😉
Wir lieben die Hängematte jetzt schon! Perfekt wäre natürlich, wenn 2 Personen darin Platz fänden, aber wir wollen mal nicht so anspruchsvoll sein…

Hängematte gut gefüllt
Hängematte gut gefüllt

Morgen steht die erste große Fahrt nach Mariehamn an… Inklusive Shopping-Tour :-) Wir berichten!

Marie

Küchenchef Stefan

Tag 3 – Vom Garten auf den Tisch

Und wieder ein Tag auf Hasslebo vergangen!

Noch wird uns nicht langweilig – weder beim „Tagesgeschäft“ noch bei der Suche nach Inhalten für den Blog. Mal sehen wie lange wir es durchhalten mit dem täglichen Bericht – aber vorerst – Vollgas!

Heute war ein richtiger Gartentag. Neben der Pflege unseres renovierten Gewächshauses mit den 24 Tomatenpflanzen drin haben wir ein neues Beet angelegt (ca. 1,5 x 4m) – d.h. vor allem erstmal vom wilden Grünwuchs befreit und mit einer neuen Humusschicht ausgestattet. Außerdem haben wir nun einen neuen Komposthaufen. Beides im nachfolgenden Bild zu sehen – Kompost links – Beet rechts.

Komposthaufen und Beet
Komposthaufen und Beet

Material für den Kompost gab es natürlich zur Genüge – perfekt ist vor allem die Pferde- und Eselherde des Nachbarn, der uns scheinbar in unbegrenzter Quantität mit hochwertigem Dünger (in Form von Pferdemist) ausstatten kann – da lacht das Gärtnerherz, gerade weil man aufgrund der Nähe das ganze ohne Probleme einfach mit dem Schubkarren rüberfahren kann. Der Kompost wird also sicher gelingen!

Neben der Kompost- und Beetanlage haben wir uns mit Kora zusammen auf Entdeckungstour gemacht. Nachdem seit fast einem Jahr hier im Garten nichts aktiv gemacht wurde ist auf den ersten Blick ein rechter Dschungel entstanden. Trotzdem fanden sich bei genauem Hinschauen erstaunlich viele „Schätze“ im Dickicht. Unter anderem Pastinaken, Topinambur und Meerrettich (für unsere Österreicher: Kren) und sogar grüner Spargel. Zwiebeln, Kartoffeln und diverse Kräuter finden sich sowieso quasi an jeder Ecke und hinter jedem Grasbüschel, auf dem Mittagstisch ist also auch jetzt schon einiges geboten aus dem eigenen Garten – vor allem allerdings Rhabarber, daraus wird derzeit neben Mus auch jede Art von Kuchen gemacht die uns so einfällt :)

Rhabarber
Rhabarber

Und am Kochen sind wir ohnehin quasi ständig. Bei derzeit noch 5 Personen die versorgt werden wollen – und alle haben (begründeterweise) einen ordentlichen Appetit – sind das immer ganz ordentliche Mengen. Gerade ist die Gemüselasagne im Ofen für die 3 Leute parallel Gemüse geschnibbelt haben. Hier das entsprechende Beweisfoto bzgl. logistischer Herausforderung :)

Küchenchef Stefan
Küchenchef Stefan

Und damit – bzw. vor allem weil ich großen Hunger habe und gleich mal rüber schauen werde in die Küche zur Lasagne – wünschen wir euch allen überall im Süden noch einen schönen Abend und viel Spaß beim Lesen.

Übrigens werden bald hier auch die ersten Doku-Videos erscheinen, gefilmt haben wir ja vom ersten Tag an, nun haben wir bald endlich mal Zeit die Clips zu schneiden und hochzuladen – freut euch drauf 😀

Hej då,

Stefan och Marie på Hasslebo

das Meer

Tag 2 – Inselleben oder DAS MEER

Grueziwohl liebe Blog-Community,

wieder ging die Sonne früher auf als uns Recht gewesen wäre – aber nachdem es jetzt – um 0.16 Uhr Ortszeit – gerade mal so dunkel ist dass man den Mond am Himmel tatsächlich erkennen kann – ist das nichts wirklich überraschendes.

Unser zweiter vollständiger Tag hier auf Kumlinge war schon etwas routinierter als der erste. Das Aufstehen war nicht mehr mit dem AHA-Effekt begleitet „Wow, wir sind da!“ sondern gleich mit dem ersten Augenaufschlag war klar dass unser Inselabenteuer nun endgültig begonnen hat.

Heute also etwas mehr Routine. Das hieß wieder Gartenarbeit, Vorbereitungen für die ersten Gäste, die dann auch brav angetrudelt kamen am Nachmittag. Und… und… das Meer!

das Meer
das Meer

JA – genau das meinen wir – auch wenn es an unserer Inselküste eher aussieht wie ein See oder ein etwas gurkenförmig dahindümpelnder Fluss – nein es ist tatsächlich die Ostsee. Mein erster ritueller Schwimmversuch endete in einem peinlichen Platscher da die glitschigen Felsen leider noch glitschiger waren als ohnehin angenommen – aber das Wasser war wunderbar warm 😀

Unseren Hunden hat es natürlich auch gut gefallen – bei den heute doch immerhin 33° in der Sonne (Schatten ca. 28°) wollte sich ohnehin jeder einfach nur abkühlen – da störte auch das Salzwasser nicht wirklich – obwohl hier im Küstenbereich durch die vielen Oberflächengewässer ein recht hoher Süßwassereintrag ist – also fast überall Brackwasserzonen zu finden sind wo die Hunde sogar ihren Durst im Meer stillen können.

Schnupps del mar
Schnupps del mar

Nach erfolgreichem Meerspaziergang mit ausreichend Zeit die Stille und die Natur zu genießen ging es dann wieder zurück zum Anwesen – hier auch noch ein kleines Foto wie unser Reich von Südosten her aussieht – am Nachmittag gegen 16 Uhr aufgenommen. Uns gefallen mittlerweile vor allem die hohen Bäume hinter den Häusern unglaublich gut, da sie eine richtig schöne Einfassung für die sonst große Lichtung bilden. Die Apfelbäume (im Garten rechts neben dem großen Haus) stehen fast alle noch in Blüte, hier sind wir halt etwas später dran als zuhause in Deutschland /Österreich :)

Südostansicht Hasslebo
Südostansicht Hasslebo

Nachmittags sitzen wir immer gemeinsam auf der Terrasse und genehmigen uns einen Tee, Kaffee oder auch besondere Köstlichkeiten wie z.B. einen Löwenzahnkaffee (aus gerösteten Löwenzahnwurzeln gekocht) – sehr lecker. Vor solch einer schönen Kulisse ist das ganz besonders nett – und großen zeitlichen Stress haben wir hier sowieso nicht. Das einzige Problem ist nur immer dass es (aufgrund der langen Helligkeit) dann plötzlich halb zwölf Uhr nachts ist…

Tea Time auf Hasslebo
Tea Time auf Hasslebo

Außerdem lernen wir Stück für Stück auch die åländische Küche kennen – heute verwöhnte uns Kora zum Tee mit selbstgemachtem Ålands-Pankaka auf Milchreisbasis mit Sahne und Rhabarbermus – einfach ein Traum. Werden wir auch bald selbst mal versuchen – ebenso wie unser erstes eigenes Brot auf Sauerteigbasis – ist schon vorbereitet und wartet nur noch auf den ersten Einsatz.

Ålands Pankaka
Ålands Pankaka

Und damit verabschiede ich mich für heute weils eigentlich schon wieder morgen ist – naja bei euch zuhause eben noch nicht 😉

Bleibt uns treu ihr lieben Blog-Leser und Leserinnen, wir freuen uns über jeden Kommentar und vermissen euch alle jetzt schon sehr, am liebsten würden wir hier eine riesengroße Sommerparty schmeißen mit euch allen zusammen, mit Lagerfeuer und Mitternachtsschwimmen im Meer – aber so müssen wir das alles wohl (leider) ganz alleine machen… wir werden berichten 😉

Marie im künftigen Tomatenparadies

Tag 1 – Gartenarbeit… oder wir roden den Urwald

Hallo liebe Blog-Fangemeinde 😉

Heute also das erste Mal…

a) aussschlafen…. herrlich! Die fehlende Dunkelheit hat so gar nicht gestört. Das Vogelgezwitscher dafür umso mehr entspannt… Wahnsinn, wie gut es ist, wenn keine Auto/S-Bahn/Menschen vorbeikommen….

b) Hafergrütze… geschmackssache. Ist wohl noch pimpfähig :-)

c) Rundes WASA-Knäcke! Yeah! Ohne Worte!

d) Die Katze in die Wiese setzen (angeleint)… Sie rennt sofort wieder ins Haus 😉 Ach ja – unser Haus – die Lillstuga – hier ein Bild

Die Lillstuga
Die Lillstuga

e) Die Tomaten pflanzen: Nachdem wir rund um Ostern unsere liebsten Sorten vom letzten Jahr säten und sie liebevoll auf der Wiener Fensterbank hegten und pflegten (nicht zu vergessen die liebevolle Urlaubsbetreuung unserer Nachbarin, weil wir sooft unterwegs waren) – durften 24 Stück mit auf die Reise in den Norden.
Die Reise haben alle gut überstanden und nun hieß es – Platz finden. Natürlich ist das Gewächshaus der richtige Ort dafür, aber in 9 Monaten Abwesenheit der Eigentümer hat die Natur sich das Gewächshaus zurückerobert. Irre, wie schnell das alles wachsen kann.
Also bewaffneten wir uns mit Hacke, Spaten, Mistgabel und legten los.  Nach mehreren Stunden für wenige Quadratmeter waren wir am Humus angelangt. Sehr guter Boden im Gewächshaus. Kein Wunder, dass sich die Beikräuter dort sehr wohl fühlen!

vorhernachher

Am Morgen/Vormittag war es noch sehr bewölkt, windig, gar regnerisch gewesen. Doch am nachmittag zogen allen Wolken ab, die Sonne strahlte, der Wind legte sich… Was will man mehr… ? Unsere Tomaten finden’s hoffentlich ebenso gut und wachsen jetzt fröhlich weiter. (Nachdem sie teilweise ja schon sehr lang in den Töpfchen waren, haben sie den Platz jetzt auch bitter nötig)…

f) die erste Schlange (bzw. mehrere der selben Gattung) gesichtet… Die  Natur hier ist echt urig!

g) Huch schon so spät??? Wenn Abends um 20:00 die Sonne noch auf nachmittags-Stellung am Himmel steht, spielt die innere Uhr verrückt… Mal schauen, wie sich das einpendelt 😉 Es muss ja schließlich vor lauter Gartenarbeit noch Zeit für den Blog bleiben :-)

Gute Nacht liebe Freunde und Familie…. Auch ihr werdet vermisst!

Marie